Immer öfter sieht man auf den Campingplatz wie sich Wohnwagen wie von selbst bewegen. Dabei handelt es ich nicht um Magie sondern um eine technische Hilfe für den Wohnwagenbesitzer: den sogenannten Mover, eine Rangierhilfe. Der eine oder andere Camper wird jetzt sagen, dass dies ein unnötiges modernes Teil sei, aber für viele Camper ist es wirklich eine tolle Hilfe. Ob es ein Muss ist oder nicht, muss – wie immer – jeder für sich selber entscheiden.

Aus meinen Campingerfahrungen in der Kindheit kenne ich das so, dass wenn man auf den Campingplatz ankommt oder ein neuer Nachbar anfährt, sofort Leute da standen um zu helfen, den Wohnwagen auf der Parzelle richtig zu platzieren. Dies ist auch heute teilweise noch so, aber ich haben den Eindruck, dass die Nachbarschaftshilfe nicht mehr das ist, was sie früher war. Ob es daran liegt, dass heute immer mehr Wohnmobile oder Campervans unterwegs sind und deren Besitzer über das Rangieren eines Wohnwagens nicht’s wissen oder ob einfach nicht mehr aufgestanden wird, weil man schon mal davon ausgeht, dass eh ein Mover installiert ist, weiss ich jetzt auch nicht.

Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für einen Mover entschieden. Einerseits findet das Kind im Manne es halt einfach cool, den Wohnwagen mit einer Fernbedienung zu bewegen ;-), aber andererseits hat es natürlich auch praktische Gründe. Unsere Wohnwagen ist 7,60 m lang und 2,30 m breit und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 1700kg. Auf einem asphaltierten, ebenen Untergrund können wir zwei den Wagen ohne grossen Kraftaufwand bewegen. Auf einer Kiesstrasse wird es dann schon schwieriger und auf dem Rasen, der dann noch uneben ist, ist es schnell mal ein Ding der Unmöglichkeit. Wir sind öfters in der Nebensaison unterwegs und dann sind Nachbarn auch nicht immer vorhanden – dann hätten wir ein echtes Problem mit unserem Eigenheim. Mit dem Mover müssen wir uns also keine Gedanken machen wie wir unsren Wohnwagen auf die Parzelle bringen. Natürlich gibt es auch Campinplätze, bei denen das Personal behilflich ist beim Aufstellen des Wohnwagens. Diese Hilfe nehmen wir schon auch gerne an, da es auf die «altmodische Art» einfach immer noch schneller geht! Und stellt Euch vor, aber auch wir werden älter und somit haben wir auch dafür schon vorgesorgt.

Nun kommt der technische Teil! Welcher Mover ist denn der Richtige? Wir haben uns für den Go2/RH1 entschieden. Dies aus dem einfachen Grund, weil uns unser Händler diesen empfohlen hat. Der Go2 ist ein Produkt aus dem Hause Truma, wird aber nicht von Truma selbst vertrieben und daher auch günstiger. Erhältlich ist dieser nur als mechanische Version, andere Produkte sind auch als elektrische Variante erhältlich. Der Unterschied liegt darin, dass die Antriebsrollen entweder elektrisch oder manuell ans Rad geschwenkt werden. Da machte uns der Preis-Unterschied die Entscheidung einfach, da ein anderes elektrisches Produkt doch einen stolzen Mehrpreis hatte. Nun bringen wir bei uns also die Anschwenkrollen mittels Anschwenkhebel an das Rad. Durch die Einseitenbedienung werden beide Rollen von einer Seite gleichzeitig angeschwenkt und müssen nicht einzeln betätigt werden. Die manuelle Bedienung geht auch viel schneller als die elektrische. Wenn der automatische noch langsam ans Rad fährt, steuere ich bereits mit meiner Fernbedienung den Wihnwagen. Und ganz ehrlich, ein wenig Körpereinsatz darf dann ja doch auch noch sein 😉 Unser Model wiegt komplett (ohne die benötigte Batterie) 34 kg und ist geeignet für Wohnwagen bis zu einem Gesamtgewicht von 1800 kg.

Mover_2

Der Mover braucht natürlich eine Stromquelle und die wird durch die oben erwähnte Batterie gewährt. Dabei handelt es sich um eine Autobatterie, welche im Wohnwagen eingebaut wird. Da gibt es (je nach Wohnwagenmodell) verschiedene Möglichkeiten, bei unserem ist sie unter der Sitzbank eingebaut. Zusätzlich ist dort auch der Hauptschalter angebracht. Um peinliche Situationen zu vermeiden ist es von Vorteil, wenn die Batterie bei der Ankunft auf nem Platz aufgeladen ist. Ansonsten sieht es schon doof aus, wenn der Mover in Position ist und man steht mit der Fernbedienung da und nichts bewegt sich. 😉  

Es sind doch einige Dinge zu beachten aber mit der Zeit klappt es sicher! Sobald der Wohnwagen steht wie er sollte, sind die Antriebsrollen vom Rad wieder zu entfernen, damit kein ständiger Druck auf die Räder ausgeübt wird. Auch vor Abfahrt sollte kontrolliert werden, dass die Rollen wirklich entfernt wurden, da es sonst zu Problemen kommen könnte! Aus Erfahrung können wir auch sagen, dass die Handbremse des Wohnwagens beim Rangieren mit dem Mover gelöst sein sollte – ansonsten klappt es mit dem Mover auch nicht so recht. 😉

Für uns hat sich die Investition in einen Mover absolut gelohnt, wir würden dies jedem Empfehlen. Natürlich kostet es etwas, aber unserer Meinung nach ist dies gut investiertes Geld, da es wirkliche eine echte Hilfe ist. Mit dem Go2 hatten wir bis heute keine Probleme uns wir sind sehr zufrieden mit dem kleinen «Helferlein».

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