Was ist das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel der Holländer? Natürlich das Fahrrad! Das wussten wir ja schon vor unserem Urlaub, aber dass das Rad so omnipräsent ist, hatten wir dann doch nicht erwartet. Es wimmelt geradezu davon: alte, neue, gepflegte, stylische, Räder im Retrolook… Man kann zum Teil schon fast neidisch werden. Bei dieser Menge an Fahrrädern fehlen dann auch die Fahrradgeschäfte nicht. Was es dort alles an Zubehör gibt, lässt das Radfahrer-Herz höher schlagen.
Das «Knooppunten»-System macht das Nutzen des enorm umfangreichen Fahrradweg-Netzes in Holland sehr einfach (wenn man denn mal begriffen hat, wie es funktioniert). Für uns Schweizer ist das ungewohnt, aber eigentlich super gelöst. Die Rad-Wegweiser sind nicht mit Ortschaften beschriftet sondern mit Nummern. Auf den Tafeln, die häufig an Kreuzungen oder Abzweigungen stehen, sind Knotenpunkte eingezeichnet. Und wenn man irgendwo hin will, fährt man einfach den Wegweisern nach, die einen zu der gewünschten Zahl führen. Oder man stellt sich vorher schon eine Route zusammen und notiert sich die entsprechenden Knotenpunkte, wer das nicht einfach auf nem Zettel in der Hosentasche hat, kann sich ein «Fietslabel» am Lenker montieren. (Wie gesagt, die sind ausgerüstet, die Holländer.) Natürlich gibt es auch Apps und Webseiten zur Routenplanung.

Für uns Schweizer ist doch so einiges ungewohnt, das wir in Holland gesehen haben. So zum Beispiel, dass Radwege einen Mittelstreifen, eigene Ampeln und Verkehrsschilder haben. Oder dass es eigene Parkhäuser für Fahrräder gibt, und immer und überall Räder stehen. Und was wir ganz toll fanden, sind die Fahrradfähren, ist lustig, wenn der Veloweg plötzlich endet und die Route mit der Fähre fortgesetzt werden muss. Und ganz neu ist dann auch die Tatsache, dass man mit dem Rad meist Vortritt vor dem motorisierten Verkehr hat. Und dass die Autofahrer auch tatsächlich Rücksicht auf Radfahrer nehmen.

Auch wenn es in Holland viel flacher ist, als wir uns das als Schweizer gewöhnt sind, kann Velofahren auch dort anstrengend sein. Klar hat man – gefühlt – immer Gegenwind und die Routen entlang der Dünen sind doch auch recht hügelig, aber auf jeden Fall zu empfehlen. Wir waren deshalb auch wieder froh, dass wir die E-Bikes dabei hatten (die gehören bei uns einfach zum «Wohnwägele» dazu. So konnten wir dann die schönen Touren in den Dünen auch richtig geniessen.

Ein Velohelm ist für uns ja mittlerweile selbstverständlich und auf unseren E-Bikes sowieso Pflicht. Doch in Holland ist diese Schale auf dem Kopf doch sehr selten, uns hat man deshalb schon aus der Ferne erkannt. Von unserem Camping in Katwijk aan Zee konnten wir die schöne Umgebung super mit dem Velo erkunden. Unser Auto hatte fast schon Standschäden, da wir es in den gut zwei Wochen genau einmal gebraucht haben. Wir versuchen ja allgemein in den Ferien auf unser Auto möglichst zu verzichten und dafür das Fahrrad zu benützen. Das haben wir dann also auch in Holland getan. Und dort macht das viel mehr Spass als hier, selbst als Ortsunkundige. Wir waren meist ohne Kartenmaterial unterwegs und folgten einfach der Beschilderung – irgendwie kamen wir immer ans Ziel. Vielleicht nicht immer auf dem direktesten Weg, aber was soll’s. So haben wir das eine oder ander Mal auch Orte und Dinge gesehen, die eigentlich gar nicht eingeplant waren.

Auf jeden Fall ist es echt so, Velofahren in Holland ist wirklich eine tolle Sache – wenn nicht sogar ein Muss!

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